Der fussstartfähige Gleiter  xxtherm eröffnet dem Genuss- und Freizeitpiloten ganz neue Möglichkeiten im Bereich des unkomplizierten und sicheren Fliegens. Das ausgesprochen gutmütige Flugverhalten der auf Langsamflug optimierten Auslegung erlauben seinen Einsatz auf Plätzen, wo sonst Hängegleiter oder Gleitschirme anzutreffen sind. Die konsequente Auslegung für grösstmögliche Sicherheit in jeder Flugsituation, sowie die robuste Bauweise bieten eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für stressfreien und sicheren Segelflug am Hang und in der Thermik.

Wölbklappen sind gleichzeitig Bremsklappen (konventionelle Bremsklappen sind im Langsamflug nicht sehr wirksam). Neben der Erzeugung eines höheren Auftriebs vergrössern die Wölbklappen auch die Schränkung des Tragflügels. Damit erhöht sich die Stabilität beim Start und im steilen, langsamen Landeanflug. Dadurch wird auch der Sackflug sehr stabil, ohne Tendenz abzukippen. Die Gesamtauslegung des xxtherm bewirkt, dass der Einsatz der Wölbklappen keine störenden Aufrichtemomente erzeugt.

Da das Schwergewicht auf Sicherheit und gutmütigem Flugverhalten liegt, wurde ein sehr konventionelles Flügelprofil gewählt. Ein NACA 4515, das auch in Bezug auf Flügelfestigkeit durch grosse Bauhöhe Vorteile bringt. Die Polare des Profils ist im Bereich der Reynoldszahlen von 800'000 bis 2'000'000 inkl. Wölbklappen sehr gutmütig und überstreicht einen sehr grossen Auftriebswertebereich.

Beim engen Kreisen in der Thermik ist die Gefahr, ein Abkippen nach Innen durch zu starkes Abstützen mit dem Querruder zu provozieren, gar nicht gegeben, da der geschränkte Aussenflügel keine Klappen besitzt. Die Wölbklappen/Bremsklappen/Querruder sind nur am Innenflügel vorhanden, und dienen vor allem der Gleitpfad- und Wendemomentsteuerung.

Die Richtungssteuerung erfolgt hauptsächlich über das Seitenruder, die grosse V-Form erzeugt die notwendige Querlage. Damit wird unter anderem im Hangflug eine grosse Gefahrenquelle beseitigt: Muss der Pilot in einer kritischen Situation schnell vom Hang wegkommen und betätigt dabei die Querruder ohne präzise koordinierten Einsatz des Seitenruders, so wird das Flugzeug im ersten Moment durch das negative Wendemoment noch näher an den Hang getrieben. Beim xxtherm wird für dieses Manöver nur das Seitenruder betätigt. Das Flugzeuge reagiert damit sofort in die richtige Richtung, vom Hang weg.

xxtherm ist ganz bewusst nicht auf Hochleistung oder Wettbewerbsein-satz ausgelegt. Das Ziel bleibt höchstmögliche Sicherheit beim langsamen vergnüglichen Fliegen.

Die Minimalgeschwindigkeit von 30 km/h erlaubt sehr langsame Anflüge auf sehr kurzen Landeplätzen. Der Gleitpfad wird dabei sehr wirkungsvoll mit den innenliegenden Wölbklappen gesteuert.

Landungen erfolgen im allgemeinen auf dem Hauptrad. Für den Hochstart ist eine zertifizierte Schleppkupplung Piccolo der Firma TOST eingebaut. Diese wurde speziell für den Windenschlepp von Leichtflugzeugen bis 200 kg konzipiert.

xxtherm ist als fussstartfähiger Gleiter ausgelegt. Im Flug wird der Rumpf durch Bodenklappen geschlossen.

Als weitere Startarten kommen Gummiseilstart, Autoschlepp, Windenstart, Trike-Schlepp, UL- Schlepp zur Anwendung.

Die aerodynamische Steuerung erfolgt über Seitenruder, Höhenruder, Wölbklappen und Querruder (in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit)

Dreiachs-Steuerung über Sidestick, damit auch beim Fussstart die drei Achsen steuerbar bleiben.

Sidestick auf Bewegungsmuster des Handgelenks abgestimmt

Höhen- und Seitenruder sind als Pendelruder ausgelegt (einfach und wirkungsvoll, bei den vorgegebenen Fluggeschwindigkeiten unkritisch)

xxtherm ist vollständig zerlegbar und wird in einem 4.5m langen Anhänger transportiert. Alle Anschlüsse sind gesichert. Alle Steueranschlüsse sind automatisch.

Spannweite12m
Länge5.5m
Höhe1.7m
Flügelfläche13.1m2
Gewichte80kg
Pilotengewicht50 - 100kg
Abfluggewicht130 - 180kg
Flächenbelastung9.9 – 13.7kg/m2
Lastfaktor+6.3    - 4.5
Minimalgeschwindigkeit30km/h
Maximalgeschwindigkeit100km/h
Geringstes Sinken.55m/s
Gleitzahl26

Es werden zum grössten Teil kostengünstige Glasgewebe und Kevlarwaben verwendet. Das sehr teure und am Markt immer schwieriger erhältliche Carbon wird nur in den Holmgurten, in lokalen Verstärkungen und im Schutzkäfig des Cockpits verwendet. Die Flächen inkl. Rumpf und Leitwerksrohr sind einheitlich als Glas-Honeycomb-Glas-Sandwich realisiert.

Durch umfangreiche Berechnungen und Versuche wurde das Flugverhalten optimiert. xxtherm hat in Testflügen seine sehr gutmütigen Flugeigenschaften demonstriert.

xxtherm besitzt ein Gesamtrettungsgerät CHARLY GS Duo 200 Doppelkappenschirm mit DHV-Gütesiegel. DHV-empfohlene Anhänge-Last 200 kg. Sinken bei 160 kg 4,3-4,8 m/s. Auswurf durch Druckfeder, keine Pyrotechnik.

xxtherm entspricht JAR22 und den Lufttüchtigkeitsforderungen für Gleitflugzeuge (Ultraleichte Segelflugzeuge, dreiachsgesteuert) NfL II 24/05 Teil II (LFG). Die Entwicklung verlief in engem Kontakt mit dem Schweizerischen Hängegleiterverband SHV (Siehe SHV-Verbandsspiegel, Abschnitt4).

Die Instrumentierung des xxtherm besteht aus einem Variometer Flytech 5030 mit GPS. Dieses ermöglicht eine laufende Aufzeichung eines Fluges. Die gewonnenen Daten erlauben eine sehr detaillierte Auswertung der Flüge. Mit diesen Daten werden die Flugeigenschaften überprüft und optimiert.






Rückblick auf die Entwicklung des xxtherm1                           xxtherm1 fliegt seit 2006

Bitte beachten Sie, dass die untenstehenden unveränderten Auszüge aus der alten Homepage unsere Ansichten und Absichten aus der damaligen Zeit wiedergeben, d.h. das Konzept ist über 15 Jahre alt. Wir wollten damals nur für uns privat einen Flieger bauen und nicht eine Serie.  Es entwickelte sich dann aber anders.

2009 Die Entscheidung, ganz neu anzufangen.

Gründe hatte es genügend: Wir haben viel gelernt, getestet, es gibt neue Werkstoffe, neue Software tools und neue Bedürfnisse. Der wichtigste und entscheidende Grund aber war die fehlende Basis für eine erfolgreiche Serieherstellung: xxtherm1 ist noch klassisch entstanden: Zuerst Ideen, dann Konzepte, dann Berechnungen und erst ganz am Schluss die Frage, wie lässt sich denn das Ganze überhaupt herstellen?

xxtherm2 wurde von der andern Seite her entwickelt, ausgehend von Einfachheit,  Herstellbarkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit und Qualität. Mit einem konkreten Leistungs- und Preisziel. In diesem Rahmen entstanden dann die Strukturen, Bauweisen, Materialentscheidungen, Vorrichtungen, Arbeitsweisen, Verhältnisse von Eigen- und Fremdleistungen und Summen von Material- und Arbeitskosten. Wir haben uns für diese aufwändige Entwicklung die notwendige Zeit gelassen und sind den ganzen Weg gegangen, ohne Abkürzungen.


Retrospect on the design of xxtherm1                                       xxtherm1 flies since 2006   

Please take into account that the excerpts from the former homepage stated below reflect our views and opinions more than 15 years back. At that time we had only the intention to build a foot launchable glider for our own private needs without any plan to produce it. But occasionally it developed in an other way.

2009 we decided to start from scratch

There where enough reasons to do so: We learned a lot, testet a lot, there where new materials, new software tools, new wants. But the crucial ground was the missing base for a batched flow production. xxtherm1 was designed the classic way: first some crazy ideas, then more detailed concepts, studies and calculations. And only at the end the most important question, how is all this supposed to be manufactured?

xxtherm2 is designed inversely, beginning with simplicity, manufacturability, reliability, safety, quality. This lead to structures, ways of construction, choice of materials, jigs and tools, ways of working, balance of external labour and personal contribution, balance of material and labour costs. And we allowed us enough time to walk the road without detours.
Geschichte

Fliegen! Frühe Kinderträume - Erinnerungen - erste Papierflieger - dann Modellflugzeuge. Zuerst aus  Kieferleisten, Brotpapier und Mehlkleber. Später Balsaholz, Bespannfolien. Zuletzte Vollkunststoff, Hochleistung, High-Tech. Aber immer Fliegen. Den Wunsch nie losgelassen. Immer wieder dem Vogel nachgeschaut bei seinen Kreisen.

Da sind wir ja nicht die Einzigen. Aber Zufall, Wegkreuzungen und gemeinsame Interessen führen ab und zu weiter. Jeder der oben genannten hat seine fliegerische Biographie. Dazu kommen gemeinsame Erlebnisse als Team an der Tour de Sol. Vor 10 Jahren auf einem Papier ein paar Ideen und Skizzen. Wir hatten unabhängig voneinander das Gleiche gesucht. Einen kompromisslosen fussstartfähigen Gleiter!

Und seit damals entstand xxtherm. Unendlich viele Stunden mit Zeichnungen, Plänen, Berechnungen Software, Literatur, Diskussionen, Harz, Gewebe, Formen, Schleifpapier, Hoch’s und Tief’s, Zweifeln und Durchbrüchen.

Es sind einige unkonventionelle und innovative Ideen realisiert worden. Zu Dritt, unabhängig, ohne Zeitdruck.

Aber mit der grosszügigen Unterstützung, Geduld und Nachsicht der Nächsten in unserer Umgebung. Dafür ein riesiges Dankeschön!

Das Resultat sehen Sie auf diesen Seiten.                                    So sah es ganz am Anfang aus

Zeittafel

1996-1998    Erste Ideen und Entwürfe
1998-1999    Aerodynamik und Struktur berechnet . Ausgangsentwurf steht. Kontakte mit BAZL.
1999-2001    Die Negativformen entstehen (Positive schleifen, schleifen, schleifen, abformen)
2002-2003    Die ersten Flügelschalen werden entformt, die Technologie steht
2004             Erster Zusammenbau der Tragflächen
2005             Erster Zusammenbau des ganzen Flugzeugs. Belastungstests erfolgreich.
2006             Erste erfolgreiche Testflüge in Zweisimmen und St. Stephan mit Steve Cox als Testpilot.
2007             Durchführung eines intensiven Testflugprogrammes
2008             Weitere Testflüge und erste Überlegungen zur Serieherstellung des vorliegenden xxtherm1
2009             Die Entscheidung, ganz neu anzufangen. Siehe oben.
2010             Fussstarts. Wie erwartet ist auch mit einem 83 kg schweren Flugzeug der Fussstart bei Null Wind kein Problem.
2012             Baubeginn des ersten Seriemusters xxtherm2. CNC-Formen Leitwerke, Versuche mit Flex-Formen.
2013             Testen der Herstellungsprozesse mit Harz-Infusion.
2014             Anpassung der Auslegung und Struktur an aktuelle Anforderungswünsche.
2015             Produktionsbeginn Serie.

Konzept des xxtherm1